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Künstlerdorf Fischerhude

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Cato Bontjes van Beek (1920-1943)

Cato Bontjes van Beek (* 14. November 1920 in Bremen; † 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Kindheit und Jugendzeit verbrachte Cato Bontjes van Beek in der Künstlerkolonie Worpswede / Fischerhude bei Bremen.

Catos Eltern, der Keramiker Jan Bontjes van Beek und die Tänzerin und Malerin Olga Bontjes van Beek, geb. Breling, boten ihren Kindern keinen materiellen Wohlstand, wohl aber eine Fülle von künstlerischen und geistigen Anregungen, die entscheidend auf die Kinder wirkten. Solche Anregungen gab es auch von ihrem Onkel Otto Modersohn und ihren Vettern Ulrich und Christian Modersohn.

Von 1929 bis 1933 besuchte Cato Bontjes van Beek die Deutsche Schule in Amsterdam in den Niederlanden. Sie lernte Niederländisch und später auch Englisch bei einem acht-monatigen Aufenthalt in Winchcombe in Gloucestershire in England. Später wurde sie eine leidenschaftliche Segelfliegerin. Cato war nicht Mitglied im BDM, aber sie trat dem NS-Segelfliegerverband bei, um fliegen zu können. Sie und ihre Schwester Mietje lebten ab 1940 beim Vater in Berlin. In seinem Haus trafen sie Freunde, die Gegner des Naziregimes waren. Dadurch beeinflusst, entwickelten sie früh ein Bewusstsein für das von den Nazis verursachte Leid und Unrecht. Ihr Bruder Tim, der eng mit dem Vegesacker Flaksoldaten und späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt befreundet war, blieb zunächst in Fischerhude. Als Schmidt dann in Berlin eine Offiziersschule besuchte, brach er seine Freundschaft zur Familie Bontjes van Beek ab.

Cato Bontjes van Beeks Widerstandstätigkeit begann in Bremen, noch bevor sie im Herbst 1941 in der Wohnung ihres Vaters Libertas Schulze-Boysen kennenlernte, die zu einer der Berliner Gruppen der Roten Kapelle gehörte. Sie unternahm weitere Aktionen zusammen mit dem Lyriker Heinz Strelow, mit dem sie auch befreundet war. Sie druckten und verteilten illegale Schriften und Flugblätter, die zum Kampf und zum Widerstand gegen die Nazis aufriefen. Am 20. September 1942 wurde Cato Bontjes van Beek mit ihrem Vater von der Gestapo in Berlin verhaftet, am 18. Januar 1943 vom Reichskriegsgericht Berlin wegen "Beihilfe zur Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode verurteilt. Nach Ablehnung des Gnadengesuchs durch Adolf Hitler wurde Cato Bontjes van Beek neben 15 weiteren Verurteilten am 5. August 1943 im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet. Die Vollstreckung von Todesurteilen wurde nach Absprache zwischen dem Vorstand des Strafgefängnisses, dem Direktor des Anatomischen Institutes Hermann Stieve, Vertretern des Polizeipräsidiums Berlin, der Reichsanwaltschaft und dem Staatsanwalt auf den frühen Abend gelegt, damit "die Leichen dann noch am selben Abend zur Anatomie abgeholt werden" konnten.

Ihre Mutter prozessierte zwölf Jahre lang gegen das Land Niedersachsen und erstritt damit die juristische Rehabilitierung (Quelle: Wikipedia). Ihr Grab befindet sich in der Familiengrabstelle Breling / Bontjes van Beek auf dem Friedhof Fischerhude.